Samstag, 28. März 2020

Nähanleitung Gesichts-Maske

Nachdem ich gestern ein Bild von meinen genähten Gesichts-Masken hier und auf Instagram gezeigt habe, erreichten mich viele Nachrichten von euch mit der Frage, wie ich sie nähe. 
Ich nähe 2 Variationen, einmal zum fixieren am Hinterkopf und einmal zum fixieren hinter den Ohren, beide mit einem elastischen Band, denn die halten deutlich besser und verrutschen nicht im Vergleich zu denen mit dem Schrägband.

Beide Variationen haben einen großen Vorteil: sie sitzen super, können durch die biegsame Nasenbrücke perfekt an die jeweilige Nase modelliert werden und sie sind schnell genäht!                          Kurzentschlossen und sehr, sehr gerne habe ich heute Nacht eine Anleitung für euch aus dem Boden gestampft, für beide Varianten:


Ihr braucht
1 x Baumwollstoff / Außenstoff 21x21cm
1 x Molton / Innenstoff 21x21cm
             Alternativ als Innenstoff geht auch Jersey
2 x Baumwollstoff / Außenstoff je 8 x 12cm
Gummilitze 5mm, 2 x 33 cm
ODER
Elastikkordel 2 x 32 cm
1 x Pfeifenputzerdraht ODER den biegsamen Metallstreifen aus einem Hefter
farblich passendes Nähgarn, Schere, Stecknadeln, Nähmaschine 

Los geht´s:
Den Innen- und Außenstoff legt ihr rechts auf rechts aufeinander und steppt ihn an 2 gegenüberliegenden Kanten mit einem Gradstich ab.
Dann wenden und bügeln.
Beide eben genähten Kanten steppt ihr erneut "füßchenbreit" ab.
Den Pfeifenputzer ODER den Metallstreifen schiebt ihr nun auf einer Seite in den entstandenen Hohlsaum.


Wenn ihr euch für die Variante mit dem Metallstreifen entschieden habt, solltet ihr ihn vorher mit einer dicken Schere oder so "bearbeiten" um die Unebenheiten der Zacken etwas zu glätten.
Wichtig: Beim Einschieben des Metallstreifens in den Stoff darauf achten, dass die Unebenheiten der "Zacken" zur Außenstoff/Vorderseite zeigen...und nicht später in die Nase piksen:)
Außerdem wird bei der Variante mit dem Metallstreifen dieser auch re und li mit ein paar Stichen fixiert, damit er mittig über der Nase bleibt. das ist beim Pfeifenputzer nicht notwendig:)

Nun wird gefaltet.
Die Maske so hinlegen, dass die Innenseite nach oben liegt. Eine Hälfte bis über die Mitte hinweg falten und wieder zurück, sodass die Kante übersteht.
Mit Stecknadeln an beiden Seiten fixieren.
Mit der anderen Seite genau so verfahren und feststecken.
Nun sollte es soooo aussehen.
Von vorn
und von der Rückseite.
Die kleinen Stoffstücke legt ihr re auf re an den Rand,
ein paar Millimeter frei lassen und mit einer kleinen Naht fixieren.
Wenn ihr die Gummilitze benutzt, näht ihr diese nun jeweils mittig an die Kanten...
wenn ihr die Elastikkordel benutzt geht´s direkt zum Bügeln.
BÜGELN:
die Maske mit der rechten Seite nach oben legen und die kleinen Stoffstücke jeweils (wie auf dem Bild)umlegen und bügeln.
Danach die Seitenkanten umklappen und bügeln, sodass sie mit dem Rand der Maske abschließen.
Gut ausbügeln.
Die nun entstandene "Klappe" mit dem Zeigefinger etwas "in Position" halten und umklappen.
Achtung!! Die Umklappstelle ist NICHT die Naht!!, sondern ein paar Millimeter davor!!
Festhalten...
Maske wenden...
und die Klappe um die Kante zur Rückseite formen....feststecken.
Die Kanten der so entstandenen Lasche müssen an Vorder- und Rückseite in der gleichen Position liegen, gleichzeitig liegt die Lasche direkt an der Außenkante.
Die andere Seite gegengleich falten.
Fast fertig:)
Feststecken und mit einem Gradstich absteppen.
Natürlich auf beiden Seiten. 
Die Gummilitze oben und unten LOCKER(!) knoten.
 Locker ist wichtig, damit die Größe später selbst durch versetzen des Knotens angepasst werden kann. 
Bei der Variante mit der Elastikkordel diese nun einfach mit Hilfe einer Häkelnadel oder so durch die Laschen ziehen, ebenfalls Locker knoten. Locker weil....das wisst ihr ja nun;)
Noch ein paar Worte zum Schluss...
Die Maske sollte regelmäßig bei mindestens 60° gewaschen werden.
Die nach dieser Anleitung genähten Masken sind natürlich nicht zertifiziert und natürlich nicht mit den "richtigen" FFP 2 oder FFP3 Masken vergleichbar.
Sie ersetzten nicht die erforderlichen Hygiene-Regeln,
verhindern jedoch zu einem Teil, das Verbreiten der Viren und vor allem, dass man selbst sich mit den Händen im Gesicht rumfummelt.Das sollte man echt unterlassen,auch, wenn die Maske getragen wird. Zum abnehmen greift man ausschließlich in die Elastikbänder, sodass es zu keinem Kontakt mit der Außenseite der Maske kommt.Dann die Maske mit der Außenseite nach unten ablegen. 
Also näht drauf los und verschenkt und verteilt diese Masken an alle, die sie im Moment so dringend brauchen.
Und bitte, verkauft sie nicht! Sondern gebt sie einfach so an andere, ohne diese Geschäftemacherei, die jetzt auf dem genähten "Maskenmarkt" schon wieder über Nacht entstanden ist. Das ärgert mich echt!
Sich das Materialgeld geben zu lassen ist das eine, aber genähte Masken für zum Teil unglaubliche Preise zu verkaufen finde ich in der Situation, in der wir uns befinden, echt gemein.

In diesem Sinne,
macht´s gut und bleibt gesund,
liebe Grüße, Anke


            

Donnerstag, 26. März 2020

Herzwerke und Behelfs-Mundschutz-Tipp

in diesen Tagen lesen und hören wir immer wieder von Menschen, die unglaublich wertvolle Arbeit leisten. Und ja - sie leisten IMMER diese wertvolle Arbeit. Das ist mir klar - ich bin selbst Krankenschwester;) Trotzdem kommt nun gewaltig zusätzlich etwas auf sie zu. Noch ist es in den Kliniken relativ ruhig, die Personaldecke ist hochgefahren, fast keine Besucher, viele bereitgestellte Betten und vorbereitete Zimmer ... noch geht es bei den meisten...
Trotzdem sind sie jetzt schon besonders "nah dran", geben wie bisher auch in der kommenden Zeit buchstäblich ALLES, um unsere gesundheitliche Versorgung sicher zu stellen. Und natürlich nicht nur in der Klinik, sondern ebenso in vielen anderen Bereichen wird Dank ihnen "der Laden am laufen gehalten".
Der Begriff "Held" ist ja irgendwie immer so eine Sache,erinnert viel an Film und Fantasie ... doch in diesem Falle... für mich sind sie das.
 Helden des Alltags!!
Während diese "Helden" sich vorbereiten auf das was kommt, zum Teil jetzt schon viel Mehraufwand und Mehrarbeit haben, gibt es wiederum andere, die nun eine Zwangspause einlegen, vernünftigerweise zuhause sind und Zeit haben.
 Gemeinsam mit 3 weiteren "bloggermädels"
(Siri von Grittlis blog, Nicole von Nicole im Schneckenhaus und Antje von Sophinies) 
habe ich ein Projekt ins Leben gerufen:
#Herzwerke für Helden

Unsere Idee ist es, viele schöne handgemachte Herzwerke zu sammeln, um damit eine (am liebsten mehrere) große Kiste zu füllen und sie in ein paar Wochen den Mitarbeitern der Intensiv- und Überwachungsstation einer ortsansässigen Klinik zu schenken. Je nachdem wie viel wir zusammen bekommen, den anderen Stationen auch... Quasi als Dankeschön.

Unsere Hoffnung ist es, dass viele mit ziehen, uns mit Herzwerken unterstützen und vielleicht in ihrer Umgebung ähnliche Projekte starten. Für die Busfahrer, die Polizei, die VerkäuferInnen,Pflegekräfte, Ärzte,... und und und.
Einiges ist schon angelaufen und darüber freuen wir uns enorm!!
Und ebenfalls sind schon ein paar Pakete bei uns angekommen:
das ist Klasse!!
Und trotzdem brauchen wir noch mehr, viel mehr!!!
Wenn ihr also Lust habt ein paar eurer gewerkelten Dinge zu spenden, dann meldet euch bitte. Dinge, die mit Liebe und Sorgfalt entstanden, und aus Dankbarkeit.
Ihr findet mich auf Instagram, oder schreibt mit einfach eine mail an meinfachwerkhaeuschen(ät)gmx(punkt)de.
Nebenbei nähe ich auch ein paar Behelfs-Mundschutz-Masken für meine Hausarztpraxis.Die haben dringenden Bedarf angemeldet...und ich find´s super, wie viele von euch das auch schon machen. Kleiner Tipp: näht statt Schrägband lieber Gummiband (son ganz normales "Schlüppergummi")...und besser nicht hinter den Ohren sondern hinter dem Kopf....die sitzen echt viel besser und verrutschen nicht andauernd;)Ein Beispiel seht ihr auf dem Bild, die umgedrehte Maske vorn links. Außerdem vernähe ich sie 3-lagig, also 2 x Baumwollstoff und einmal Molton. 

So, das war´s erst mal wieder von mir.
ich hoffe sehr und baue darauf, dass einige von euch unser Projekt unterstützen,
...oder vielleicht von unserem Projekt berichten und es somit verbreiten...
viele liebe Grüße und bleibt gesund,
 Anke




Donnerstag, 28. November 2019

...und schon ist fast Dezember...

und vielleicht habt ihr Lust, euch ein kuscheliges Tuch zu stricken?
Falls dem so ist, hätte ich eine Idee....
mein Tuch (noch) ohne Namen.
Die Anleitung habe ich für euch aufgeschrieben:

Material: 2 - 3 Stränge weiche Merino Sockenwolle,
            je Strang/100g = 400m

            insgesamt 900 bis 1200 m, kommt darauf an, wie groß das
            Tuch werden soll.
Rundstricknadel 3,5

Verwendete Muster:
I-Cord Rand: (Erklärung folgt weiter unten im Text)
Lochmuster:(*1Umschlag, 1 M re abheben, nächste M re stricken, die 
                 abgehobene M über die gestrickte M ziehen*)
Patentmuster:
erste Reihe:(*1re, 1M wie zum li stricken mit Umschlag abheben*)
zweite Reihe: (*die li abgehobene M mit dem Umschlag zusammen re stricken, die vorher re gestrickte M nun wie zum li stricken mit Umschlag abheben*)

Los geht´s:
Damit sich der Maschenanschlag nahtlos in den Rand einfügt, wird mit einem  I-Cord begonnen. Dafür mit einem provisorischen Maschenanschlag und einem Wollrest eine Luftmaschenkette aus etwa 15 Luftmaschen  häkeln. 
In der Mitte davon 3 Maschen mit der Stricknadel und dem "Tuchgarn" abstricken und einen I-Cord über diese drei Maschen stricken(3 M rechts, Maschen wieder zurück auf die linke Nadel heben, 3 Masche rechts stricken, wieder zurück auf die linke Nadel....) Insgesamt 16 Reihen.

Erste Aufbau Reihe:
Die 3 Maschen vom I-Cord stricken, den bisher gestrickten I-Cord "knicken" und entlang der Seite 16 M aufnehmen. Damit das schön aussieht und sich diese Maschen nicht ziehen dabei immer in ein ganzes "V" der Masche einstechen. Damit meine ich so ein "V", wie auf dem Bild zu sehen ist.

Wenn alle 16 M aufgestrickt sind, vorsichtig die Luftmaschen ribbeln und diese drei Anfangsmaschen dazu auf die Nadel heben, OHNE sie zu stricken.

Nun sind 22 M auf der Nadel...und das war das "kniffeligste" am ganzen Tuch!

Dieser I-Cord Rand wird fortlaufend weiter gestrickt, egal welches Muster kommt, der Rand bleibt. Dafür am Ende jeder Reihe vor den letzten 3 Maschen den Faden vor die Arbeit legen und die letzten 3 M nur abheben.              
Arbeit wenden. 
Zum Reihenbeginn nun die Maschen so wie sie erscheinen rechts stricken und am Reihen-Ende wieder Faden nach vorn und die letzten 3 M einfach abheben.
Gleichzeitig wird in jeder Reihe zugenommen und zwar aus der Masche nach und vor den drei I-Cord Maschen.

Zugenommen wird durch kfb, also 2 Maschen aus einer heraus stricken.
Wer das Tuch noch breiter und ausladender haben möchte, kann einfach alle paar Reihen 2 M hintereinander mit kfb zunehmen. 

Erste Reihe: 3 M I-Cord, 1 M kfb, Patentmuster (*1 M wie zum li stricken mit Umschlag abheben, 1 M re*,...) bis noch 4 Maschen auf der Nadel sind, 1 M kfb, Faden VOR die Arbeit, die letzten 3 M abheben.

Zweite Reihe: 3 M I-Cord, 1 M kfb und weiter im Patentmuster: die zuvor li abgehobene M mit Umschlag re stricken, die vorher re gestrickte M mit Umschlag li abheben und so weiter bis noch 4 M auf der Ndl sind, 1 M kfb, Faden vor, 3 Maschen abheben. 

Nach ein paar Reihen sieht es aus wie auf dem Bild.

Und nun einfach eure Fantasie spielen lassen. Einen Abschnitt im Patentmuster, dann ein paar Reihen kraus rechts, ein paar Reihen Lochmuster, vielleicht einige Reihen glatt rechts, wieder einen Abschnitt im Patent und so weiter. 
Dabei die ganze Zeit zunehmen und den I-Cord Rand arbeiten.
Wenn das Tuch dann irgendwann eure gewünschte Größe hat, wird direkt am unteren Rand ebenfalls mit einer I-Cord Kante abgeschlossen.

Dafür 3 Maschen zusätzlich anschlagen, die erste M re stricken, die zweite re stricken und die dritte mit der Masche vom Rand zusammen verdreht ("hinten" einstechen) abstricken.
Diese drei M wieder auf die linke Nadel zurück heben und wieder die ersten 2 rechts, die dritte mit der M vom Rand zusammen verdreht abstricken...immer so weiter, bis der Rand fertig ist.

Zum Schluss alle Fäden möglichst unsichtbar vernähen und das Tuch spannen. 

Nun bin ich gespannt, wer es ausprobiert:)
Ich wünsche euch einen wunderbaren, friedlichen und stressfreien Start in die Adventszeit,

 Anke

































Mittwoch, 3. Juli 2019

Gartenprojekt

In unserem Garten gibt es einen neuen Weg.
 Der Wunsch schlich sich immer häufiger in unsere Gedanken und spätestens seit vor ein paar Wochen das "kleine Fachwerkhäuschen" zum Ausstellungsraum und sozusagen in ein "Sommerlädchen" umgewandelt wurde, wuchs der Wunsch immer mehr.
 Schließlich wollten wir nicht bei Regen und Schnee jedesmal über die Wiese laufen, denn das hätte auf Dauer einen nicht so schönen "Trittpfad" hinterlassen.
Zum Glück gibt es in unserer Familie meinen Neffen, einen talentierten Jungunternehmer mit einer Gartenbaufirma, der uns gute Vorschläge machte, wie wir einen Weg optisch passend an den Rest des Hofes einbinden könnten - und gleichzeitig die Restbestände der Pflastersteine von vor 4 Jahren verwerten konnten. Natürlich haben wir ihn direkt engagiert;)
Nach gemeinsamer Planung ging es los und es war schon ein seltsames, etwas wehmütiges Gefühl als der Bagger über unsere Wiese fuhr.
Die Position des Weges hatten wir vorher markiert.
Dann wurde die Erde ausgehoben. Zentimetergenau und nicht so tief, denn der Weg muss außer unseren Schritten keine Belastung aushalten.
Trotzdem kam eine ganze Menge Erde zusammen, die wir gleichmäßig in einer Bodensenke verteilten. Also der Trecker - nicht wir;)
Alles fein zerkleinert und gleichmäßig geharkt, Rasen-Samen rein und gießen, gießen, gießen....
Ein paar Wochen später wurden die Randsteine verlegt und der Belag aufgebaut,
die Kanten mit Erde angeglichen und nun ist er fertig!
Ich finde, er passt sich super gut an den Hof an und bin total zufrieden. 
Für heute macht´s gut und habt es schön,
viele liebe Grüße, Anke

Dienstag, 9. April 2019

Ich hab´s getan!

Ich stricke und häkele echt viel! Richtig viel!  Am liebsten mit handgefärbten Garnen.
 Ich mag die Farben, die Wolle und das kein Strang exakt einem anderen gleicht. Manchmal schleiche ich eine Weile bewundernd um die Stränge herum, eh ich sie wickele und in Projekte verstricke. 
Und na klar kam gelegentlich der Gedanke die Färberei mal selber zu probieren.  
 

Aber das jetzt auch noch? 
Ich habe lange überlegt. Und dann einfach angefangen, mich intensiv und ernsthaft mit dem Thema zu beschäftigen. Mit den unterschiedlichen Methoden, Herstellern, der Rohwolle, den Farben und so weiter. Das zog sich über einige Wochen hin und dann.... 
...das Ergebnis seht ihr auf den Bildern.
Ich bin total zufrieden!!
Im "kleinen Fachwerkhaus" im Garten habe ich mir eine "Färbeküche" eingerichtet und
vorsichtig mit Sockenwolle angefangen. Es hat geklappt! Sehr gut sogar. Streifen, Farbverläufe, Sprenkel und die vielen Farben...es macht riesig Spaß!! 
 Inzwischen hängt außer Sockenwolle schon ein "Tücher-Set" aus wunderbar weichem Merino  draußen zum trocknen und ich habe so viele Ideen....

 Macht´s gut,
ich bin schon wieder weg,
muss unbedingt noch Wolle nachbestellen...
Viele liebe Grüße,
 Anke